Nähe und Distanz

Ich knüpfe hier an mein letztes Seminar an. Ich habe als Trainerin / Referentin für das Institut für Weiterbildung des CJD zum Thema „Umgang mit Nähe und Distanz“ gearbeitet. Als ich das Angebot für dieses zweitägig angelegte Seminar erhielt, überlegte ich fast gar nicht – gut, ich schaute in meinen Terminkalender und freute mich dann, dass ich Zeit hatte!

Nähe und Distanz beschäftigt uns doch alle – ständig – bewusst oder unbewusst – beruflich und privat. JA, da reichen zwei Tage doch gar nicht aus, um Fragen zu beantworten wie: Wann bin ich zu nah und damit zu weit gegangen? Oder: Wann bin ich zu distanziert, dass mein Verhalten der Gleichgültigkeit zu nah kommt?

Betrachten wir unser berufliches Arbeiten, gilt es für uns die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Ich meine, wir alle arbeiten mit Kunden, Klienten, Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten, Coachees, Patienten, Projekten, Themen und uns selbst. Das könnten wir uns doch wie eine Waage vorstellen: In der einen Schale liegt die emotionale Nähe, die Voraussetzung für unsere gelingende Arbeit ist; in der anderen liegt die professionelle Distanz. Sie schützt uns davor, sich zu weit einzulassen, sich zu verstricken – vom Kunden bis Thema. Bringen wir diese beiden Waagschalen in Balance und können diese auch halten, sind wir in unserer Professionalität nicht zu schlagen.

Wir lassen zu und halten angemessen weg. Dieses Maß oder dieser ausgeglichene Umgang mit Nähe und Distanz ist sehr individuell und hat viel mit unseren Erfahrungen zu tun. Das heißt ein „richtiges“ Maß, das für alle gilt, gibt es nicht. Kann es nicht geben. Toll, oder?

Ist auch gut so – und beruhigend bei den vielen DIN und Vorschriften, die wir eh schon alle einhalten. Hier sind wir auf uns angewiesen. Müssen für uns Fragen beantworten: Wie viel Nähe braucht es, damit ich gut arbeiten, beraten, motivieren oder unterstützen kann?

Wie groß soll die Distanz sein, damit ich mich nicht zu stark in die Thematik oder Problematik des Kunden, Kollegen, Mitarbeiters oder Projektes hineinziehen lasse? Von der offenen Fragestellung über Skalierungen, theoretische Modelle und Diskussion gibt es jede Menge Energie und Arbeit für uns.

Diese bewusste Auseinandersetzung mit unserem Umgang mit Nähe und Distanz ist nötig, um gut für uns zu sorgen. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bei mir: im Einzelcoaching, als Gruppe oder Team. Spannend wird es sicher (wieder)!