Svea Poggensee

Nähe und Distanz

04 Jul 2018

Ich knüpfe hier an mein letztes Seminar an. Ich habe als Trainerin / Referentin für das Institut für Weiterbildung des CJD zum Thema „Umgang mit Nähe und Distanz“ gearbeitet. Als ich das Angebot für dieses zweitägig angelegte Seminar erhielt, überlegte ich fast gar nicht – gut, ich schaute in meinen Terminkalender und freute mich dann, dass ich Zeit hatte!

Nähe und Distanz beschäftigt uns doch alle – ständig – bewusst oder unbewusst – beruflich und privat. JA, da reichen zwei Tage doch gar nicht aus, um Fragen zu beantworten wie: Wann bin ich zu nah und damit zu weit gegangen? Oder: Wann bin ich zu distanziert, dass mein Verhalten der Gleichgültigkeit zu nah kommt?

Betrachten wir unser berufliches Arbeiten, gilt es für uns die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Ich meine, wir alle arbeiten mit Kunden, Klienten, Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten, Coachees, Patienten, Projekten, Themen und uns selbst. Das könnten wir uns doch wie eine Waage vorstellen: In der einen Schale liegt die emotionale Nähe, die Voraussetzung für unsere gelingende Arbeit ist; in der anderen liegt die professionelle Distanz. Sie schützt uns davor, sich zu weit einzulassen, sich zu verstricken – vom Kunden bis Thema. Bringen wir diese beiden Waagschalen in Balance und können diese auch halten, sind wir in unserer Professionalität nicht zu schlagen.

Wir lassen zu und halten angemessen weg. Dieses Maß oder dieser ausgeglichene Umgang mit Nähe und Distanz ist sehr individuell und hat viel mit unseren Erfahrungen zu tun. Das heißt ein „richtiges“ Maß, das für alle gilt, gibt es nicht. Kann es nicht geben. Toll, oder?

Ist auch gut so – und beruhigend bei den vielen DIN und Vorschriften, die wir eh schon alle einhalten. Hier sind wir auf uns angewiesen. Müssen für uns Fragen beantworten: Wie viel Nähe braucht es, damit ich gut arbeiten, beraten, motivieren oder unterstützen kann?

Wie groß soll die Distanz sein, damit ich mich nicht zu stark in die Thematik oder Problematik des Kunden, Kollegen, Mitarbeiters oder Projektes hineinziehen lasse? Von der offenen Fragestellung über Skalierungen, theoretische Modelle und Diskussion gibt es jede Menge Energie und Arbeit für uns.

Diese bewusste Auseinandersetzung mit unserem Umgang mit Nähe und Distanz ist nötig, um gut für uns zu sorgen. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bei mir: im Einzelcoaching, als Gruppe oder Team. Spannend wird es sicher (wieder)!

Svea Poggensee

Tatsächlich: noch ein verwaister Blog?!

04 Jul 2018

Neee, jetzt ist Sommer und die Themen sind vielfältig….

natürlich sind die Themen, die mich beschäftigen, völlig jahreszeitenunabhängig. Es kann sein, dass manche Themen durch meine Arbeit als Coach für mich dringender sind oder aktueller scheinen. Ich möchte euch in Zukunft regelmäßig Einblick in meine Arbeit als Coach, Supervisorin, Moderatorin und Referentin geben und bin gespannt auf eure Kommentare, Ideen und Anfragen.

Hund

Das ist so nah am Leben

18 Jan 2018

Als ich heute morgen wieder mit unserem Hund laufen war, ging ein Mann auch mit Hund an uns vorbei. Wieder jemand, der ‚mit sich selbst sprach’. Mittlerweile finde ich das gar nicht mehr befremdlich, wenn Menschen auf den ersten Blick mit sich selbst laut diskutieren. Noch vor zwei Jahren war mein spontaner Gedanke: Oh, soll ich helfen oder kommt dieser Mensch mit seinen vielen Persönlichkeiten, die wohl gerade miteinander kämpfen, ganz gut zurecht. Nein, ich habe mich inzwischen an dieses Telefonieren ohne sichtbares Handy am Ohr gewöhnt. Zurück zum Mann heute morgen im Park beim Laufen: er telefonierte relativ laut und sagte: „Also gestern habe ich diese Serie mit Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann gesehen, kennste die? Das ist echt so nah am Leben! Das ist kaum zu glauben, total echt! Da kommt dir so Vieles bekannt vor!“ und lachte dabei. Dann waren mein Hund und ich schon wieder außer Zu-Hörweite.

Offensichtlich ist das Positive an dieser Serie, dass sie „nah dran ist am Leben“. Aber was heißt das und warum finden wir das gut?

Wir finden uns wieder – vielleicht sogar im doppelten Sinne. Losgelöst von dieser Serie, die ich übrigens selbst noch nicht gesehen habe, ist bei einer Geschichte, die gut erzählt ist und Alltagsbezug hat, ein Abgleich für uns möglich. Dieser Abgleich findet ständig statt und läuft von selbst. Wir finden Situationen, Dinge, Geschehnisse, ähnliche Typen, die wir bereits kennen oder erlebt haben in Büchern, Filmen, Bildern wieder. Das gibt uns auch ein Stück Sicherheit: Ja, genauso! Das kenne ich auch! Ich weiß genau, wie der/die sich jetzt fühlt… Weil wir es so oder so ähnlich bereits erlebt haben, fühlen wir uns dem nah. Wir wissen wie das ist und drei Gefühle stellen sich ein: Sicherheit, Offenheit, Verständnis. Wenn das Bild, die Geschichte im Buch oder Film echt auf uns wirkt, können wir uns gut darauf einlassen. Dabei muss das, was wir da gerade sehen oder lesen nicht immer nur schön sein. Ganz sicher nicht. Aber gehen Sie jetzt mal von Bildern oder Geschichten aus, die sie schmunzeln lassen – wie den Mann im Park. Wir haben die Möglichkeit zum ganz persönlichen Abgleich. Es geht also über das „ja, genau, das kenne ich auch“ hinaus. Es erleichtert uns auch ein Stück, ein Schmunzeln oder sogar ein kurzes Lachen. Anderen Menschen geht es also auch so – ich stehe mit meinen Erlebnissen, meinen Gefühlen und meiner Sicht auf Dinge nicht allein da. Ein gutes Gefühl nicht allein zu sein!

Achten Sie doch beim nächsten Buch, Bild oder Film darauf: wir können uns auf unsere Erfahrungen verlassen, wir sind nicht allein damit und es ist manchmal erleichternd das festzustellen.

 

Svea Poggensee

Woran es liegt, dass manche Dinge einfach so geschehen…

12 Jan 2018

…aber wir doch eigentlich die ganze Zeit dabei sind.

Und auf einmal sind wir alt?
Die Musik aus den 80ern ist hip, für mich sind diese Songs mit Kindheits-/ Jugenderinnerungen verbunden oder einfach nur absolut nervig. Schaue ich an der Ampel manchmal in andere Autos, ertappe ich mich bei dem Gedanken: Da sitzt doch ein Kind am Steuer! Unsere eigenen Kinder, die gerade eben noch so klein, niedlich, an allem interessiert und begeisterungsfähig waren, werden zu Wesen, die ein oft nicht mehr nachvollziehbares (inneres) Eigenleben quasi aus dem Nichts entwickeln. Wir können nicht oder nur schwer beeinflussen, geschweige denn durchblicken, welche Aktion oder Reaktion als Nächstes folgt.
Es gehen Beziehungen auseinander. Manchmal ohne, dass beide es merken: Nur eine(r) wollte es nochmal wissen: neue junge Frau, neue Familie, schnelles Auto. Oder geglättet mit Botox, erste Schönheitskorrekturen chirurgischer Art, neue Kurzhaarfrisur, neuer Look, Sport, Ernährungsumstellung: sind wir dadurch wieder jung?

Kommt ab 40 mit leisen oder lauten Schritten DIE Krise? Ja, gibt’s denn ab diesem Alter eigentlich was Positives? Ich dachte, mit dem Alter kommt auch die Gelassenheit, der Weitblick, die Unabhängigkeit, das „ich-weiß-jetzt-was-ich-will“, „jetzt-kenne-ich-mich, meine-Stärken-und-Schwächen“. Auf die inneren Werte kommt es an …..

Häufig kommen wir nicht mehr richtig zur Ruhe. Vielleicht liegt es daran, weil wir ständig mit der Frage leben: „Darf es auch ein bisschen mehr sein?“ Ein bisschen mehr Karriere, ein bisschen mehr Erreichbarkeit 24/7, ein bisschen mehr auf die Ernährung achten, ein bisschen mehr für die Partnerschaft tun, ein bisschen mehr auf Körper UND Geist achten, ein bisschen mehr an sich selbst denken, aber auch ein bisschen mehr für Andere – für die soziale Gemeinschaft tun… Wie ist all das zu schaffen? Wie sollen wir diese Ansprüche mit uns und anderen vereinbaren? Hört sich nahezu unmöglich an.

Halten Sie das aus!

Prioritäten setzen, ausmisten, nicht allen Ansprüchen gerecht werden wollen. Innehalten, mal anhalten. Stille zulassen. Und wo ist eigentlich die Haltung: Ich möchte offen sein für neue Dinge?

Wir sind dicht und schwer beladen mit all diesen Ansprüchen und dem Streben nach höher, besser, schneller. Wo ist der klare Blick? Offen sein für Dinge, die auf uns zukommen. Diese erkennen und neue Chancen nutzen. Anders abbiegen, Umwege nehmen, neue Wege gehen oder einfach auch nur mal anhalten. Wir müssen nicht nur auf das Navi schauen und Google fragen. Wir kennen die Antworten auf die Fragen, die uns wirklich bewegen, selbst. Unser Bauchgefühl, unsere Erfahrung und unser Gespür hilft uns. Wir müssen uns nur Zeit geben und uns wieder auf uns einlassen und unseren Instinkten folgen.

Das Jahr 2018 ist noch jung, wir sind es auch! Lassen Sie es nicht mehr zu, dass Dinge einfach so geschehen. Seien Sie mutig: erfahren Sie (mehr über) sich. Ein Coaching hilft Ihnen vielleicht dabei.

 

„Zuhören ist das großartigste Werkzeug was wir haben, um das Potenzial anderer Menschen zu erschließen.“

C. Rogers

 

Gummibären

Jeder Mensch kann sich entwickeln…

11 Jan 2018

…wenn der Weg bewusst mit Aufmerksamkeit und Selbstbestimmtheit in angemessenem Tempo gewählt wird. In diesem Prozess unterstütze ich Sie. Hier finden Sie Ideen, Erfahrungen, Erlebnisse, Projekte und was zum Mitnehmen: Gedanken, die vielleicht auch länger bleiben dürfen. Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare und Reaktionen und freue mich auf Kommunikation!

 

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Mindfulness – Blindfoldness: für- oder gegeneinander?

Glübirne

Offen bleiben

Angst

Sich mit der Angst anfreunden

Neu

Neu angehen

Auto

Sicherheit und Zuversicht – gerade jetzt!

Svea Poggensee

Die goldene Mitte

Klamotten

Start ins Jahr 2020 – zum Aufwärmen

Lego

Poldi, nein! Was soll das denn?

Wasser

Wie können wir Konflikte lösen?

Svea Poggensee

Change, Haltung und Körper